„Nie wieder Völkermord!“

Schreibaufruf des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sachsen-Anhalt e.V.

und der Writers’ Union of Armenia

Wir rufen Schüler mit Geschichtsverständnis und –interesse, Schüler mit Gerechtigkeitssinn weltweit, vor allem aber in den Partnerländern Armenien und Sachsen-Anhalt auf, Texte zu diesem brisanten Thema zu verfassen, eure Meinung kundzutun.

Nicht nur, dass es immer noch und immer wieder zu Völkermorden kommt, manche Regierungen bestreiten sogar, dass Völkermorde stattgefunden haben. Ein unrühmliches Beispiel bietet die türkische Regierung, die den 1915 begonnenen Völkermord an mindestens 1,5 Millionen Armeniern im Zuge des Ersten Weltkriegs verleugnet. Ein Jahrhundert danach versucht die türkische Regierung noch immer zu verhindern, dass die Armenier die schmerzliche Geschichte ihrer Leiden unter der damaligen türkischen Diktatur erzählen. Wir alle müssen aber im Sinne der UNO-Konvention zur Prävention der Genozide (Lemkin 1948) sicherstellen, dass die Wahrheit verbreitet wird und dürfen nicht erlauben, dass Genozid weiterhin geleugnet werden kann.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden unter der Nazi-Diktatur sechs Millionen Juden und zahllose Zivilisten anderer ethnischer und sozialer Gruppen umgebracht. Nach diesem schrecklichen Krieg wurde die UNO in der Hoffnung gegründet, eine gerechtere und friedliche Welt zu schaffen. Wichtig waren hierbei zwei Dokumente: Die Erklärung der Menschenrechte und die Konvention über die Verhütung und Bestrafung von Völkermord. Diese Erklärungen sind ein Versuch, ethnisch begründeten Mord zu beenden und die Völker der Welt zu schützen. Leider war dies nicht ausreichend. Denn auch in jüngerer Zeit, so in den 1990er Jahren beispielsweise beging die nationalistische Militärregierung der Hutu in Ruanda Völkermord an hunderttausenden Tutsi.

Auch heute noch ist es also ein aktuelles und ernstes Problem, dass weltweit Menschen getötet werden, weil sie anderen Rassen, Stämmen oder Nationen angehören oder andere Sprachen sprechen, nach anderen religiösen Vorstellungen leben und andere Bräuche pflegen. Was veranlasst eine Gruppe dazu, gegen eine andere solche Aggression zu hegen? Glauben Sie, dass löst Probleme? Was können wir gegen Vorurteile, Feindseligkeit und Gewalt tun? Wie können wir Völkermord Einhalt gebieten? Wie können wir Massentötungen von unschuldigen Kindern, deren Eltern, von Menschen verhindern? Wie können wir Minderheiten schützen? Wäre es ein erster Schritt, mehr Respekt und Toleranz gegenüber Menschen zu entwickeln, die sich von uns unterscheiden? Kann es zu einem nächsten Völkermord führen, wenn wir schweigen, zusehen, nicht handeln?

Wir sind gespannt auf eure Einsendungen. Jede Textform und –art ist möglich. Unser Aufruf gilt für das gesamte Schuljahr 2013/14 und endet am 20.07.2014. Dann wählt eine Jury in Armenien und eine in Sachsen-Anhalt die interessantesten, ehrlichsten, originellsten Arbeiten für ein Lesebuch aus. Wenn ihr an einer Veröffentlichung eures Textes in diesem Lesebuch interessiert seid, sollte dieser allerdings nicht länger als 2-3 A4-Seiten sein. Alle eingereichten Texte werden in das Archiv für Kindertexte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg aufgenommen und stehen dort auch Forschungszwecken und entsprechenden Publikationen zur Verfügung. Schickt eure Texte in Sachsen-Anhalt bitte mit den Angaben: – Name, Vorname, Anschrift, Alter/Klasse, Schule –

an die:

FBK-Kontaktstelle

van’t-Hoff-Str.1

06237 Leuna

Fax: (03461) 809248

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